Günther Fischer Quintett mit Uschi BrüningDas Comeback nach 45 Jahren

Manfred Krug "Seine Lieder"Eine Hommage an Manfred Krug

QuasterPuhdys Sänger und Gitarrist Dieter "Quaster" Hertrampf

Günther FischerSänger, Musiker und Komponist

Foto (c) Anne Fischer

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Uschi Brüning"So wie ich"

Muriel BaumeisterSchauspielerin

Muriel Baumeister

Sattmann & Schöne... kennen Sie den? Liederliche Witze & witzige Lieder

Reiner SchöneSänger & Schauspieler

Andreas MannModerator und Mediator

Charles BrauerSchauspieler

Charles Brauer (c) Ute Schendel

Peter SattmannSchauspieler

Peter Sattmann (c) ps agency

Lukas NatschinskiMusiker und Komponist

Günther Fischer Quintett mit Uschi Brüning

Das Comeback nach 45 Jahren

Von der Geheimtipp-Liste auf die Bühne
 

Uschi Brüning und Bandleader Günther Fischer haben Mitte der Siebzigerjahre ein sensationelles Studioalbum eingespielt. Nun geben die beiden Musiklegenden ein Live-Comeback, das alte und neue Fans begeistern dürfte. 1973 erschien in der DDR die Amiga-LP „Uschi Brüning und das Günther Fischer-Quintett“. 44 Jahre später tauchte sie sensationell wieder auf: In den internationalen Top 100 der „Besten Alben (die keiner kennt)“, zusammengestellt vom deutschen „Rolling Stone“-Magazin.
Manchmal dauert es eben, bis sich außergewöhnliche Musik als solche herumspricht, vor allem, wenn das Herkunftsland in der tonangebenden Popkritik kaum Beachtung fand.

Dass das Album noch vier Jahrzehnte nach seiner Entstehung als Meisterwerk gewürdigt wird, wundert nicht. Schließlich sind Lieder wie Sound zeitgeistig und zeitlos zugleich. Uschi Brüning, die bereits als junge Jazzsängerin einen sagenhaften Ruf genoss, brilliert in ganzer stilistischer Breite. Grandios in Szene gesetzt vom Bandleader und Komponisten Günther Fischer, dessen Extratalent sich ebenfalls früh gezeigt hatte. Kein Hauch musikalische Biederkeit prägt die Aufnahme, stattdessen durchzieht sie eine progressive Frische, die hörbar vom amerikanischen Jazz und Soul jener Zeit inspiriert ist. Ausgeklügelte Jazzrock-Arrangements verbinden sich mit einer Summer-in-the-City-Leichtigkeit zu einem Mix voller Charme und Esprit. Es ist eine abenteuerliche, leidenschaftliche Affäre von verspielter Improvisation und ohrwurmhafter Zugänglichkeit, die melodieverliebte Hörer genauso begeistert wie Fans verfrickelter Raffinesse. Das Lied „Welch ein Zufall“ ist exemplarisch dafür und von der gleichen Magie jener Hits, die Günther Fischer Mitte der Siebzigerjahre für Manfred Krug schrieb. Mit seinem kongenialen Partner hatte er vier Alben produziert, deren einzigartige Melange aus Jazz und deutschsprachigem Schlager ein breites Publikum begeisterte.

Leider ist das vom „Rolling Stone“ sehr verspätet entdeckte Brüning/Fischer-Album aus dem Jahr 1973 bisher nicht wieder veröffentlicht worden. Doch es gibt einen Trost, sogar viel mehr als das: Das Bühnen-Comeback des Günther Fischer-Quintetts mit Sängerin Uschi Brüning. Für den Herbst steht eine Konzertreihe an, die an die kurze, nur bis 1974 währende exzellente Phase der Günther Fischer-Band mit der Meisterin des seelentiefen Gesangs anknüpft. Das Publikum erwartet ein Ersteklasse-Trip in die traditionelle Welt des Blues, Gospel und Swing, aber auch in die des modernen Jazz.
Bei etlichen Konzerten wird auch Günther Fischers Tochter Laura auftreten. In punkto Talent und künstlerischer Eigenständigkeit folgt sie ganz ihrem Vater. Bereits als 13-Jährige hatte sie in Irland – wo sie lebt, seit sie zehn Jahre ist – zusammen mit ihrem Bruder Robert ihre erste Band gegründet und zwei CDs produziert. Mit 18 Jahren schrieb sie zudem die Titelmusik für einen englischen Film. Genauso konnte sie das deutsche Publikum mit ihrem musikalischen und gesanglichen Können überzeugen, seit sie 2008 in der Band ihres Vaters mitwirkt. Eindruck hinterließ sie unter anderem auf der „OSTROCK KLASSIK“-Bühne als Sängerin von „Solo Sunny“. Der Titelsong des legendären DEFA-Streifens, im Film gesungen von Regine Dobberschütz, wurde von Günther Fischer, dessen Multitalent sich auch in Musical- und Ballettmusiken offenbarte, geschrieben.

Als Filmkomponist hat er sich darüber hinaus auch internationalen Ruhm erworben. So schrieb er 1978 die Musik für Marlene Dietrichs letzten Film „Just a Gigolo“ mit David Bowie und Kim Novak. Weitere Musiken schuf er für Hollywoodproduktionen mit Robert Mitchum, Sean Penn, Tony Curtis, Martin Sheen und Armin Mueller-Stahl.

Als Rastlose im künstlerischen Schaffen zeigt sich bis heute auch Uschi Brüning.
Unermüdlich mehrte sie ihren Ruf als Grand Dame des German Jazz, nicht zuletzt geprägt von ihrer Zusammenarbeit mit dem Saxophonisten und Ehemann Ernst-Ludwig Petrowsky. Nach der Jahrtausendwende bewies sie vor allem in der Zusammenarbeit mit Manfred Krug, dass Vitalität und Brillanz Konstanten ihres Künstlerlebens sind. Bis zum Tod von Manfred Krug 2016 hat sie Alben mit „Manne“ produziert und zusammen mit ihm auf der Bühne gestanden.
In gewisser Hinsicht schließt sich nun ein Kreis, weil die Namen Fischer/Brüning/Krug Musikkennern ein wahrer Dreiklang für fantastische Jazz-Unterhaltung sind. Wenn der seit 1997 vornehmlich in Irland wohnhafte Günther Fischer und die Berlinern mit Leipziger Herkunft, Uschi Brüning, nun wieder gemeinsam Konzerte geben, ist das eine der besten Nachrichten in diesen Zeiten.
Viele Menschen dürften darauf insgeheim gehofft haben, nicht nur besagte Zusammensteller der Geheimtipp-Liste.

Nun kommt es zu einem der künstlerisch spektakulärsten Comebacks auf deutschen Musikbühnen, maßgeblich unterstützt von einer hervorragende Band, zu denen Rüdiger Krause an der Gitarre, Tom Götze am Bass, Matthias Bätzel am Piano und last but not least Wolfgang „Zicke“ Schneider am Schlagzeug gehören. Ohne „Zicke“ Schneider wäre so eine Reunion auch kaum denkbar, zählt er doch selbst zu den Legenden des DDR-Jazz. Schneider ist ein langjähriger Weggefährte von Günther Fischer und bildete schon in den Siebzigern das musikalische Rückgrat beim Fischer-Quintett und Uschi Brüning. Das wird nun über vier Jahrzehnte später wieder live auftreten und genau das vermitteln, was die „Rolling Stone“-Jury in der Überschrift ihrer Plattenkritik schrieb: „Diese Musik beschert uns einen Gänsehautmoment nach dem anderen.“